„Was kostet eine Medaille?” ist die Frage, die am schwersten pauschal zu beantworten ist. Zwischen einer 50-mm-Zinkgussmedaille mit Emaileinlage und einer gravurveredelten Standardmedaille liegt preislich ein Faktor von vier. Dieser Text erklärt, woraus sich der Preis zusammensetzt und wo Sie realistisch sparen können. Eine Auswahl an Standardmodellen finden Sie unter günstige Medaillen.

Der Preis besteht aus fünf Teilen

KostenblockAnteil bei 500 Stückbeeinflussbar?
Werkzeug / Form8–20 %ja, durch Wiederverwendung
Material (Zinklegierung)15–25 %ja, durch Größe und Wandstärke
Galvanik12–18 %nein, feste Prozesskette
Veredelung (Emaille, Druck, Gravur)20–35 %ja, stark
Verpackung, Kontrolle, Fracht10–20 %begrenzt

Der wichtigste Satz dieses Artikels: Die Veredelung ist der größte Hebel, nicht das Material. Wer 30 Cent pro Medaille sparen will, ändert nicht die Legierung, sondern die Farbfüllung.

Staffelpreise: warum der Preis pro Stück fällt

Medaillen werden in Staffeln kalkuliert. Der Grund liegt im Werkzeuganteil und in der Rüstzeit.

Stückzahlrelativer StückpreisWerkzeuganteil pro Stück
100100 %hoch
250ca. 78 %mittel
500ca. 65 %niedrig
1.000ca. 55 %sehr niedrig
2.500ca. 48 %minimal

Die Zahlen sind relative Werte auf Basis einer 50-mm-Medaille mit Emaileinlage. Der Sprung von 100 auf 500 Stück ist der größte – hier halbiert sich der Werkzeuganteil fast.

Praktische Konsequenz: Wenn Sie zwischen 250 und 300 Stück schwanken, bestellen Sie 300. Der Mehrpreis ist prozentual gering, und Sie haben Reserve für Nachzügler.

Was den Preis konkret treibt

Größe. Eine 60-mm-Medaille wiegt etwa doppelt so viel wie eine 40-mm-Medaille und verbraucht mehr Zink. Der Materialanteil verdoppelt sich, der Werkzeuganteil nicht.

Wandstärke. Unsere minimale Wandstärke liegt bei 2 mm. Darunter füllt die Schmelze bei 385 °C die Form nicht mehr zuverlässig aus. Dickere Wandstärken erhöhen Gewicht und Preis, bringen aber keine höhere Stabilität.

Farbfüllung. Weichemaille ab 0,3 mm Linienbreite ist die günstigste Farbvariante. Imitationshartemaille benötigt mindestens 0,5 mm und zusätzliche Schleifgänge – rund 20 bis 35 Prozent Aufschlag.

Veredelung. Eine Lasergravur kostet pro Stück einen Bruchteil eines Tampondrucks mit vier Farben. Wenn Ihr Motiv es zulässt, ist die Gravur die günstigere Wahl.

Galvanik-Finish. Gold, Silber und Bronze liegen preislich nah beieinander. Zwei-Ton-Finish (zum Beispiel Gold mit Silber hinterlegt) bedeutet einen zusätzlichen Badgang und Aufschlag.

Ein durchgerechnetes Beispiel

Eine Vereinsmedaille, 50 mm, Zinklegierung Zamak 3, beidseitig reliefiert, Weichemaille in drei Farben, Rückseite graviert:

PositionBetrag
Werkzeug (einmalig)180,00 Euro
500 Stück à 1,35 Euro675,00 Euro
Verpackung in Einzelbeutel25,00 Euro
Fracht Express180,00 Euro
Gesamt1.060,00 Euro
pro Medaille2,12 Euro

Ohne Fracht und Werkzeug liegt der reine Stückpreis bei 1,35 Euro. Bei einer zweiten Bestellung desselben Motivs entfällt das Werkzeug – der Preis sinkt auf rund 1,72 Euro pro Medaille an der Tür.

Wo Sie wirklich sparen können

  1. Werkzeug wiederverwenden. Dieselbe Form über mehrere Jahre nutzen, nur die Gravur ändert sich.
  2. Auf eine Farbe verzichten. Von drei auf zwei Emailefarben spart oft 10 bis 15 Prozent.
  3. Gravur statt Druck. Wenn das Motiv einfarbig funktioniert.
  4. Größe reduzieren. 45 statt 55 mm – optisch kaum ein Unterschied, preislich deutlich.
  5. Auflage bündeln. Mehrere Vereine oder Jahrgänge in einer Bestellung zusammenfassen.
  6. Seefracht statt Express. Ab etwa 20 kg und drei Monaten Vorlauf.

Wo Sparen teuer wird

Nicht jede Ersparnis ist eine. Zwei Punkte kosten später mehr, als sie eingebracht haben:

  • Dünnere Galvanik. Eine zu dünne Goldschicht läuft nach Monaten an. Die neun Bäder mit 500 Sekunden alkalischer Verkupferung haben ihren Sinn.
  • Billigeres Material. Zinklegierung ist nicht gleich Zinklegierung. Wir gießen Zamak 3, 5 und 7 nach Norm; wer hier abweicht, bekommt Porosität und Ausschuss.

Warum wir Preise offenlegen

Viele Anbieter nennen nur einen Stückpreis und verstecken Werkzeug, Fracht und Nebenkosten. Wir listen alle Positionen auf. Das ist unbequemer, weil man die Zahlen vergleichen kann – aber genau das sollte man auch.

Wenn Sie ein Angebot vergleichen, achten Sie auf drei Punkte: Ist das Werkzeug enthalten? Ist die Veredelung enthalten? Ist die Fracht enthalten? Ein Preis von 1,20 Euro pro Medaille klingt gut, bis Werkzeug und Fracht dazukommen.

Häufige Fragen

Was kostet eine Medaille im Durchschnitt? Bei 500 Stück mit Emaileinlage und Gravur liegt der Stückpreis meist zwischen 1,20 und 2,20 Euro, je nach Größe und Aufwand. An der Tür kommen Fracht, Zoll und Einfuhrsteuer dazu.

Gibt es Mengenrabatt? Ja, in Staffeln. Der größte Sprung liegt zwischen 100 und 500 Stück.

Muss ich das Werkzeug bezahlen? Bei neuen Motiven ja. Es ist einmalig und bleibt für Nachbestellungen nutzbar.

Kann ich ein Angebot ohne Design bekommen? Ja, auf Basis einer vergleichbaren Referenzmedaille. Für eine genaue Kalkulation brauchen wir aber Motiv und Maße.

Warum sind Medaillen bei kleinen Stückzahlen so teuer? Weil der Werkzeuganteil auf wenige Teile verteilt wird. Bei 100 Stück kann er ein Drittel des Gesamtpreises ausmachen.

Lohnt sich eine größere Bestellung auf Vorrat? Wenn das Motiv mehrere Jahre gleich bleibt, ja. Medaillen lagern problemlos, wenn sie trocken und in Einzelbeuteln verpackt sind.

Sie wollen wissen, was Ihre Medaille konkret kostet? Senden Sie Motiv, Größe und Stückzahl über die Kontaktseite — Sie erhalten binnen 24 Stunden ein vollständig aufgeschlüsseltes Angebot, kostenlos. Mehr zu Material und Kosten finden Sie auch unter Medaillen-Materialien.