Zamak ist die Kurzform für Zink-Aluminium-Druckgusslegierungen und der Standardwerkstoff für individuell gefertigte Medaillen. Die drei gebräuchlichen Typen heißen Zamak 3, Zamak 5 und Zamak 7. Sie unterscheiden sich in Nuancen – und diese Nuancen entscheiden, ob ein 0,4-mm-Relief sauber ausfällt oder verschwimmt. Wir gießen alle drei Typen in Huizhou und erklären hier, wann welcher zum Einsatz kommt. Eine Übersicht über Werkstoffe finden Sie unter Medaillen-Materialien.
Die drei Legierungen im Vergleich
| Eigenschaft | Zamak 3 | Zamak 5 | Zamak 7 |
|---|---|---|---|
| Aluminium | 4,0 % | 4,0 % | 4,0 % |
| Kupfer | 0,05 % | 1,0 % | 0,05 % |
| Magnesium | 0,04 % | 0,04 % | 0,015 % |
| Zugfestigkeit | ca. 283 MPa | ca. 331 MPa | ca. 283 MPa |
| Härte (HB) | ca. 82 | ca. 91 | ca. 80 |
| Gießverhalten | sehr gut | gut | hervorragend |
| Politurfähigkeit | hervorragend | gut | sehr gut |
| Maßhaltigkeit | gut | gut | sehr gut |
| typischer Einsatz | Standardmedaillen | beanspruchte Teile | feine Details |
Alle drei schmelzen bei etwa 385 °C. Die Verarbeitungstemperatur in der Kaltkammer-Druckgussmaschine liegt darüber; unsere Anlagen arbeiten mit 88 Tonnen Schließkraft, was für Medaillen bis etwa 80 mm Durchmesser ausreicht.
Zamak 3: der Standard
Zamak 3 ist die meistverwendete Legierung für Medaillen. Der geringe Kupferanteil macht sie besonders fließfähig, und genau das braucht ein Relief. Die Schmelze füllt auch feine Vertiefungen zuverlässig aus, ohne dass Kaltlaufstellen entstehen.
Der zweite Vorteil ist die Polierbarkeit. Zamak 3 lässt sich auf Hochglanz bringen, was die anschließende Galvanik deutlich verbessert. Eine glatte Oberfläche braucht weniger Kupferschicht, um gleichmäßig zu decken.
Für rund 80 Prozent aller Medaillenaufträge ist Zamak 3 die richtige Wahl. Wenn Sie keine speziellen Anforderungen haben, bekommen Sie bei uns Zamak 3.
Zamak 5: mehr Festigkeit
Zamak 5 enthält etwa 1,0 Prozent Kupfer, was die Zugfestigkeit um rund 17 Prozent erhöht. Dafür sinkt die Duktilität leicht, und die Polierbarkeit ist etwas schlechter als bei Zamak 3.
Wann lohnt sich der Wechsel? Bei Medaillen, die mechanisch belastet werden:
- Anhänger, die an einer Kette hängen und ständig bewegt werden
- Flaschenöffner-Medaillen mit funktionalem Hebel
- Medaillen mit Gewinde oder Steckverbindung
- Teile, die nachträglich gebogen oder gestanzt werden
Für eine reine Auszeichnungsmedaille bringt Zamak 5 keinen Vorteil. Die höhere Festigkeit wird nicht abgerufen, und die Oberfläche ist minimal matter.
Zamak 7: feinste Details
Zamak 7 hat den niedrigsten Magnesiumanteil und damit die beste Fließfähigkeit der drei Typen. Das macht sie zur ersten Wahl, wenn das Motiv extrem feine Strukturen enthält: Schriftzüge unter 0,5 mm, feine Gitterstrukturen, kleine Sterne oder Wappen mit vielen Feldern.
Der Nachteil ist die geringere Kriechfestigkeit – bei dauerhafter Last verformt sich Zamak 7 etwas leichter als Zamak 5. Für Medaillen ist das praktisch irrelevant, weil sie keiner Dauerlast ausgesetzt sind.
Zamak 7 verwenden wir, wenn das Erstmuster mit Zamak 3 nicht sauber ausfällt. Das passiert selten, aber es passiert – und dann ist der Wechsel die Lösung, nicht ein neues Werkzeug.
Was die Legierung nicht löst
Ein häufiges Missverständnis: Die Legierung bestimme die Detailtiefe. Das stimmt nur teilweise. Die Detailtiefe hängt zuerst vom Werkzeug ab, dann vom Gießverhalten.
Drei Regeln gelten unabhängig von der Legierung:
- Minimale Wandstärke 2 mm. Dünnere Wände kühlen zu schnell ab und erzeugen Kaltlauf.
- Minimale Reliefhöhe 0,4 mm. Flachere Reliefs sind nicht reproduzierbar.
- Mindestradius an Innenecken 0,3 mm. Scharfe Innenecken führen zu Spannungsrissen.
Wenn ein Motiv diese Grenzen verletzt, hilft keine Legierung. In solchen Fällen schlagen wir eine Anpassung des Designs vor – meist eine Vergrößerung um 10 bis 15 Prozent, was optisch kaum auffällt.
Legierung und Galvanik
Die Legierung beeinflusst die Galvanik indirekt über die Oberflächenbeschaffenheit. Eine polierte Zamak-3-Oberfläche nimmt die 500 Sekunden alkalische Verkupferung gleichmäßiger auf als eine mattere Zamak-5-Oberfläche.
Das ist der Grund, warum wir nach dem Guss zwei Schleif- und Polierschritte einplanen: Entgraten und Polieren. Erst danach geht es in die neun Galvanikbäder. Wer hier spart, sieht das später an ungleichmäßigem Glanz und an Stellen, die nach Monaten anlaufen.
Häufige Fragen
Welche Legierung ist die beste für Medaillen? Für Standardmedaillen Zamak 3. Für mechanisch belastete Teile Zamak 5. Für extrem feine Motive Zamak 7.
Kostet Zamak 5 oder 7 mehr? Der Materialpreis liegt nah beieinander. Zamak 5 und 7 sind minimal teurer, weil die Legierungsbestandteile aufwendiger zu dosieren sind. Der Unterschied liegt meist unter fünf Prozent.
Kann ich die Legierung nach dem Guss noch wechseln? Nein, aber Sie können sie nach dem Erstmuster wechseln, wenn das Ergebnis nicht überzeugt. Das Werkzeug bleibt dabei gleich.
Ist Zinklegierung giftig? Zamak-Legierungen nach Norm sind für Auszeichnungszwecke unbedenklich. Sie enthalten kein Blei in relevanten Mengen. Für Kindermedaillen liefern wir auf Wunsch eine Bestätigung der Zusammensetzung.
Warum schmelzen alle drei bei 385 °C? Weil der Zinkanteil bei allen über 90 Prozent liegt. Der Schmelzpunkt wird im Wesentlichen vom Zink bestimmt, nicht von den Legierungszusätzen.
Was passiert bei falscher Legierung? Bei zu niedrigem Magnesiumanteil oder falscher Temperatur entstehen Kaltlaufstellen und Porosität. Die Medaille sieht matt und fleckig aus, und die Galvanik haftet schlecht.
Unsicher, welches Material Ihre Medaille braucht? Schicken Sie uns Motiv und Verwendungszweck über die Kontaktseite — wir empfehlen die passende Legierung und liefern binnen 24 Stunden Designvorschlag und Angebot, kostenlos. Wie daraus eine fertige Medaille wird, zeigt Medaillen-Herstellung.
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