Ein Triathlon ist für den Veranstalter kein einzelnes Rennen, sondern ein Tag mit drei Disziplinen, zwei Startformaten und einem Zielbogen, an dem Menschen stehen, die monatelang auf diesen Moment hingearbeitet haben. Genau daraus entsteht ein Einkaufsproblem, das kein Lauf und kein Schwimmwettkampf in dieser Form kennt: Sie brauchen nicht eine Medaille, sondern zwei Sorten mit völlig unterschiedlicher Logik – eine für alle, die ins Ziel kommen, und eine für die, die in ihrer Altersklasse vorne liegen. Wie wir solche Stücke fertigen, von der ersten Skizze bis zur galvanisierten Serie, steht im Überblick über individuelle Medaillen.
In diesem Ratgeber geht es deshalb nicht um Motivideen, sondern um die Dinge, die im Vereinsvorstand wirklich entschieden werden müssen: wie viele Stück Sie überhaupt brauchen, warum die Oberfläche beim Triathlon stärker leidet als bei jedem anderen Sport und welche Details sich in Metall gar nicht umsetzen lassen.
Zwei Medaillen, zwei völlig verschiedene Budgets
Bei einem Triathlon mit Volksdistanz und Altersklassenwertung fallen zwei Medaillentypen an, die man nicht in einen Topf werfen sollte.
Die Finisher-Medaille bekommt jeder, der die Ziellinie überquert. Sie ist ein Massenartikel: hohe Stückzahl, ein Motiv für alle, keine Individualisierung außer eventuell einer Lasergravur. Ihr Wert liegt nicht im Material, sondern im Versprechen, dass niemand ohne Andenken nach Hause geht. Auf der Rückseite steht dann oft nur das Wort „Finisher“ und das Jahr.
Die Platzierungs-Medaille bekommt ein Bruchteil des Feldes. Sie wird auf der Siegerehrung überreicht, oft vor Publikum, häufig zusammen mit einer Urkunde. Sie muss auf Fotos gut aussehen, sie wird öfter in die Hand genommen und sie wird seltener – aber intensiver – betrachtet.
| Kriterium | Finisher-Medaille | Platzierungs-Medaille |
|---|---|---|
| Empfänger | alle Finisher | AK-Podium, Plätze 1–3 |
| Stückzahl | 300–800 pro Veranstaltung | meist 40–90 |
| Motiv | ein Design für alle | oft Wappen, Stadt oder Event-Logo |
| Oberfläche | eine Galvanikfarbe | Gold, Silber und Bronze |
| Band | bedruckt, Eventfarbe | oft breiter, mit Jahreszahl |
| Budgetlogik | Preis pro Stück zählt | Wirkung pro Stück zählt |
Der entscheidende Punkt für die Kalkulation: Bei der Finisher-Medaille drückt jede eingesparte Sekunde Galvanik den Stückpreis, bei der Platzierungs-Medaille ist der Stückpreis fast nebensächlich – dort zählt, dass das Stück im Zielbereich nicht billig wirkt. Wer beide Medaillen aus demselben Werkzeug und demselben Rohling ableitet, spart Formkosten und bekommt trotzdem zwei unterschiedliche Anmutungen.
Ein häufiger Fehler ist, für Gold, Silber und Bronze drei komplette Galvanikläufe zu bestellen. Technisch ist das kein Problem, wirtschaftlich schon: 72 Medaillen verteilen sich dann auf drei Chargen mit je 24 Stück, und jede Charge durchläuft dieselben neun Bäder. Günstiger ist meist ein gemeinsamer Rohling mit farbigem Emaille-Ring oder drei unterschiedlich bedruckten Bändern – die Wertigkeit entsteht dann über die Farbe, nicht über das Metall.
Die Rechnung hinter den Altersklassen
Die Zahl der Platzierungsmedaillen ergibt sich nicht aus dem Gefühl, sondern aus einer festen Formel: Anzahl der Altersklassen × Anzahl der Geschlechter × Anzahl der Podiumsplätze.
Ein typisches Starterfeld in Deutschland wird in Fünfjahresschritten gewertet, von „AK 20“ bis „AK 75“. Das sind zwölf Klassen. Bei getrennter Wertung für Männer und Frauen sind es 24 Wertungsklassen, und mit den Plätzen eins bis drei landen Sie bei 72 Medaillen – bevor auch nur eine einzige Finisher-Medaille bestellt ist.
| Position | Rechnung | Stück |
|---|---|---|
| Altersklassen | AK 20, 25, 30, 35, 40, 45, 50, 55, 60, 65, 70, 75 | 12 |
| Wertungsklassen | 12 AK × 2 Geschlechter | 24 |
| Platzierungsmedaillen | 24 × 3 Plätze | 72 |
| Finisher Volksdistanz | 400 Starter, alle im Ziel | 400 |
| Gesamtbedarf | 72 + 400 | 472 |
Diese 472 Stück sind der eigentliche Aha-Moment für viele Vereine. Sie liegen weit über der Mindestbestellmenge von 100 Stück pro Design, die wir als Hersteller verlangen – das heißt: Ein normaler Triathlon ist für uns kein Kleinstauftrag, sondern eine ganz normale Serie, und die Staffelpreise nach Menge werden ab dieser Größe deutlich attraktiver. Wer die Stückzahlen früh kennt, kann außerdem Puffer einplanen: Erfahrungsgemäß brauchen Sie 5 bis 10 Prozent Reserve für Nachmeldungen, Ersatz bei Transportschäden und die Medaille, die beim Fotografieren im Gras liegen bleibt.
Zwei Sonderfälle lohnen sich zu klären, bevor Sie bestellen. Erstens: Werden kleine Altersklassen zusammengelegt? Bei einem Feld von 400 Startern sind einzelne AK oft nur mit zwei oder drei Personen besetzt – manche Veranstalter werten dann zusammengefasst und sparen bis zu 20 Medaillen. Zweitens: Gibt es eine Staffelwertung? Triathlon-Staffeln haben eigene Sieger, und wenn Sie das nicht vorher in der Rechnung haben, fehlen am Wettkampftag die Medaillen. Wie Sie den Gesamtbedarf systematisch durchrechnen, steht auch im Beitrag wie viele Medaillen brauche ich.
Salzwasser, Schweiß und Sonnencreme: der eigentliche Feind
Hier trennt sich Qualität von Preis. Eine Laufmedaille sieht Regen und Schweiß, eine Triathlonmedaille sieht deutlich mehr: Chlor aus dem Becken oder Salz aus dem offenen Gewässer, das nach dem Schwimmen in der Kleidung trocknet, mehrere Stunden Schweiß auf dem Rad, Sonnencreme mit Öl und Alkohol, danach vielleicht noch ein Eisgetränk, das über das Band läuft. All das greift nicht das Zink an, sondern die Oberfläche.
Wir gießen aus Zamak-Legierungen (Zamak 3, 5 oder 7) mit einer Dichte von 6,7 g/cm³ und einem Schmelzpunkt von 385 °C. Das Material selbst ist korrosionsstabil genug. Entscheidend ist, was darüber liegt – und wie fest es hält.
Unsere Galvanik läuft in neun Schritten. Der wichtigste davon ist der unspektakulärste: die alkalische Verkupferung mit 500 Sekunden. Diese Schicht ist keine Farbe und kein Dekor, sie ist die Haftbrücke zwischen Zink und allem, was danach kommt. Läuft sie zu kurz, weil ein Betrieb Zeit sparen will, haftet die spätere Schicht nur mechanisch. Im trockenen Schaufenster fällt das nie auf. Nach drei Monaten am Haken in der Vereinsgaststätte, mit Schweiß und Salz in den Vertiefungen, beginnt sie zu blasen und schwarz zu werden.
Danach folgt die saure Verkupferung mit 20 bis 60 Minuten, die die Schichtdicke aufbaut, dann das Farbbad, dann die Trocknung im Tunnelofen bei 100 °C für 40 Minuten. Erst diese Trocknung schließt die Poren.
| Verfahren | Aufbau | Kosten | Beständigkeit gegen Schweiß und Salz |
|---|---|---|---|
| Galvanik | 9 Bäder, Metallabscheidung | höchste Stufe | sehr hoch, auch bei Dauerbelastung |
| Nasslack | Sprüh- oder Tauchlack auf Rohling | mittlere Stufe | mittel, kantenanfällig |
| Elektrotauchlack | elektrostatisch abgeschiedene Schicht | niedrigste Stufe | niedrig bis mittel, für Deko geeignet |
Die Kostenreihenfolge ist eindeutig: Galvanik ist teurer als Lackieren, Lackieren teurer als Elektrotauchlack. Für eine Triathlonmedaille ist die günstigste Variante trotzdem die falsche – nicht weil sie sofort schlecht aussieht, sondern weil sie nach zwei Saisons schlecht aussieht, und dann liegt das Stück in einer Schublade statt an der Wand. Wer mehr über die einzelnen Bäder wissen will, findet die Details im Beitrag über die neun Schritte der Galvanik.
Ein zweiter Punkt, der oft übersehen wird: Vertiefungen. Bei Soft-Emaille liegt die Farbe geschützt unter den Metallstegen, Schweiß kommt kaum heran. Bei einer Medaille mit großen offenen Lackflächen liegt die Farbe frei und nimmt jede Berührung mit. Für Stücke, die tatsächlich getragen werden – und beim Triathlon wird die Medaille stundenlang getragen –, ist Emaille in Vertiefungen die robustere Wahl.
Form: drei Disziplinen in einem Stück
Triathlon-Medaillen sind selten rund. Das liegt in der Natur der Sache: Schwimm-, Rad- und Lauf-Symbol lassen sich schlecht in einen Kreis zwingen, und Veranstalter wollen die drei Disziplinen sichtbar machen. Beliebt sind dreigeteilte Formen, Wellenlinien am Rand, ein Radprofil als Umriss oder ein Zielband, das sich um das Motiv legt.
Technisch hat das Grenzen, die vor dem Design geklärt sein müssen. Wir arbeiten mit 88-Tonnen-Maschinen, und die Mindestwandstärke im Druckguss liegt bei 2 mm. Dünnere Stellen füllen sich nicht zuverlässig, und an runden Medaillen sitzen ohnehin vier Angüsse, über die das flüssige Metall einströmt – filigrane Fortsätze weit weg vom Anguss sind die ersten Stellen, die kalt laufen.
Noch kritischer sind feine Linien im Inneren des Motivs. Für farbige Einlagen gilt: Soft-Emaille braucht mindestens 0,3 mm Öffnung, Imitations-Hartemaille und Glaslack brauchen 0,5 mm. Ein Speichenkranz mit 0,2 mm breiten Stegen lässt sich zeichnen, aber nicht füllen – die Farbe läuft zusammen oder bleibt ganz weg.
| Detail | Mindestmaß | Umsetzung |
|---|---|---|
| Wandstärke des Rohlings | 2 mm | Druckguss, 88-Tonnen-Maschine |
| Einlage Soft-Emaille | 0,3 mm Öffnung | Farbfüllung, geschützt unter Stegen |
| Einlage Imitations-Hartemaille | 0,5 mm Öffnung | glatter, kratzfester Abschluss |
| Farbauftrag im UV-Druck | 3D-Relief bis 7 mm Höhe | vollflächig, auch über Kanten |
Die Lösung für feine Details ist deshalb fast immer dieselbe: nicht mehr Farbe, sondern weniger. Wer Speichen, Wasserwellen oder ein feines Streckenprofil abbilden will, lässt diese Bereiche in Metall stehen und arbeitet mit einer Lasergravur oder einem flächigen UV-Druck statt mit einer Einlage. Das Motiv bleibt erkennbar, die Form bleibt gießbar, und die Medaille kostet nicht mehr, weil ein zusätzlicher Farbgang entfällt. Für Vereine, die regelmäßig Triathlons ausrichten, lohnt sich außerdem ein Blick auf unsere Sportmedaillen und die Frage, ob ein einmal gebautes Werkzeug nicht über mehrere Jahre wiederverwendet werden kann – nur das Jahr im Motiv muss dann per Gravur oder Druck variieren.
Das Band hält die Medaille, nicht der Ring
Ein Punkt, der bei keiner anderen Sportart so unterschätzt wird: Die Medaille hängt beim Triathlon stundenlang am Hals, oft über nasser Kleidung, und sie wird nach dem Zieleinlauf nicht abgelegt, sondern bleibt beim Essen, beim Duschen und auf dem Heimweg dran. Das Band und die Verbindung zum Stück sind damit echte Belastungsteile.
Drei Dinge zählen. Erstens das Material: Ein gewebtes Band mit eingewebtem Motiv nimmt Feuchtigkeit anders auf als ein bedrucktes Polyesterband und franst an den Schnittkanten weniger aus. Zweitens die Verbindung: Der Ring muss die Zuglast des Medaillengewichts dauerhaft tragen, ohne sich zu weiten – bei einem schweren Gussstück mit 3D-Relief ist das eine andere Anforderung als bei einer dünnen Scheibe. Drittens die Farbe: Ein silberner Ring an einer Goldmedaille fällt auf jedem Zielselfie auf.
Für Veranstaltungen mit Wechselzone und nasser Kleidung empfehlen wir, das Band vor der Serienproduktion einmal nass zu testen – nicht im Katalog, sondern mit einem Eimer Wasser. Das klingt banal, erspart aber die Reklamation, die sonst im Zielbereich entsteht.
Zeitplan und Übergabe
Die Produktion ist der kürzeste Teil der Kette. Wir liefern den Designentwurf innerhalb von 24 Stunden nach Ihren Angaben, ein physisches Muster in 7 bis 10 Tagen, die Serienproduktion in 7 bis 15 Tagen nach Musterfreigabe. Dazu kommen Versand und Zollabwicklung. Wer vier Wochen vor dem Wettkampf anfragt, plant zu knapp.
Bewährt hat sich bei Vereinen ein Vorlauf von acht bis zehn Wochen: Ausschreibung und Motiv im ersten Block, Musterfreigabe im zweiten, Produktion und Versand im dritten, Puffer am Ende. Unser Werk in Huizhou fertigt über 30.000 Medaillen pro Tag und liefert in mehr als 50 Länder; die Kapazität ist selten das Problem, der Termin ist es.
Qualitätssicherung läuft bei uns in drei Stufen – nach dem Guss, nach der Galvanik und vor der Verpackung –, mit dem Ziel, dass die Lieferung zu 100 Prozent verwendbar ist. Zertifiziert sind wir nach ISO 9001, BSCI, Sedex und TÜV, außerdem nach Disney, Reach, RoHS und USJ. Preise nennen wir als Staffelpreise nach Menge, auf Anfrage – eine Pauschalzahl wäre bei diesen Stückzahlen unseriös.
Eine Abgrenzung, damit es keine Missverständnisse gibt: Wir machen Metall. Druckguss, Mehrstoff-Medaillen, Pokale und Zubehör. Textilien, Bekleidung, Papier und Silikon gehören nicht zu unserem Programm – beim Band arbeiten wir mit festen Partnern, die auf Sportbänder spezialisiert sind. Für Vereine, die Medaillen, Pokale und Urkundenhalter aus einer Hand wollen, ist das meist trotzdem der einfachere Weg. Einen Überblick über Materialien und Legierungen gibt der Beitrag zu Medaillen-Materialien.
Häufige Fragen
Wie viele Medaillen brauche ich für einen Triathlon mit Altersklassen?
Rechnen Sie zwei Blöcke getrennt. Platzierung: Anzahl der Altersklassen × 2 Geschlechter × 3 Plätze, bei zwölf AK also 72 Stück. Finisher: erwartete Starterzahl plus 5 bis 10 Prozent Reserve. Bei 400 Startern landen Sie zusammen bei rund 470 Medaillen – deutlich über unserer Mindestbestellmenge von 100 Stück pro Design.
Können Finisher- und Platzierungsmedaille dasselbe Motiv haben?
Ja, und das ist meist die günstigste Lösung. Beide werden aus einem Rohling und einem Werkzeug gefertigt; unterschieden wird über die Galvanikfarbe, einen farbigen Emaille-Ring oder das Band. So bleibt die Formkostenbelastung einmalig, und die Platzierungsmedaille wirkt trotzdem eigenständig.
Warum laufen Triathlon-Medaillen schneller an als Laufmedaillen?
Weil die Oberfläche mehr aushalten muss: Chlor oder Salz aus dem Wasser, mehrere Stunden Schweiß, Sonnencreme. Entscheidend ist die alkalische Verkupferung mit 500 Sekunden als Haftschicht und die Trocknung bei 100 °C für 40 Minuten. Wird an einer dieser Stufen gespart, entstehen nach Monaten Blasen und dunkle Flecken – sichtbar erst, wenn die Medaille schon vergeben ist.
Wir brauchen Gold, Silber und Bronze – geht das auch in kleiner Stückzahl?
Ja. Bei 72 Platzierungsmedaillen entfallen 24 Stück auf jede Farbe, das ist fertigungstechnisch machbar. Jede Farbe ist ein eigener Galvaniklauf, was den Stückpreis hebt. Alternativ: ein Rohling in einer Farbe, Differenzierung über Emaille oder Band – optisch fast gleichwertig, deutlich günstiger.
Können wir Schwimm-, Rad- und Lauf-Symbol als feine Linien umsetzen?
Als Form ja, als Farbfläche nur bedingt. Der Guss braucht mindestens 2 mm Wandstärke, Soft-Emaille braucht 0,3 mm Öffnung, Imitations-Hartemaille 0,5 mm. Für Speichen, Wellenlinien oder ein feines Streckenprofil empfehlen wir Laser oder UV-Druck statt Farbeinlage – das Motiv bleibt scharf, und die Form bleibt gießbar.
Wie lange dauert die Produktion vor dem Wettkampftag?
Designentwurf in 24 Stunden, Muster in 7 bis 10 Tagen, Serienproduktion in 7 bis 15 Tagen nach Freigabe, dazu Versand und Zoll. Kürzer geht es nicht, auch nicht mit Aufpreis. Planen Sie acht bis zehn Wochen Vorlauf, dann bleibt Luft für Korrekturen am Motiv.
Wenn Sie ein Rennen ausrichten, müssen Sie nichts davon allein durchrechnen. Schicken Sie uns Wettkampftag, erwartete Starterzahl und die Anzahl der Altersklassen – wir melden uns innerhalb von 24 Stunden mit einem Designentwurf und einer Mengenaufstellung, die Finisher- und Platzierungsmedaillen getrennt ausweist. Für Vereine, die zum ersten Mal bestellen, lohnt sich vorab ein Blick auf unsere Vereinsmedaillen – dort steht auch, wie Staffelpreise und Abwicklung mit mehreren Abteilungen funktionieren.



