Eine Medaille von 70, 80 oder 100 Millimetern Durchmesser ist kein größeres Sportabzeichen, sondern ein eigenes Produkt. Sie wiegt das Drei- bis Vierfache einer Standardmedaille, sie belastet das Band anders, sie stellt an den Zinkguss andere Anforderungen, und sie verändert die Kalkulation von Material und Versand. Wir fertigen seit 2010 in unserer eigenen Fabrik in Huizhou, Guangdong, Medaillen für Kunden in über 50 Ländern, und wir stellen fest, dass übergroße Formate fast immer an denselben drei Anlässen hängen: der Marathon-Zielmedaille, dem runden Firmen- oder Vereinsjubiläum und dem Gedenkstück. Wer individuelle Medaillen in dieser Größenordnung plant, sollte Größe, Gewicht und Tragekomfort deshalb nicht getrennt betrachten — sie bedingen einander.

Das erwartet Sie in diesem Ratgeber: wann sich XXL wirklich lohnt, wie Gewicht und Band den Tragekomfort bestimmen, welche technischen Grenzen der Zinkguss bei 2 mm Wandstärke und 0,4 mm Relief setzt, wie Galvanik und Emaille im Großformat funktionieren, warum das Gewicht den Preis und den Versand treibt, wie Sie eine 100-mm-Medaille verpacken, ohne dass sie zerkratzt, und wie Sie vom Veranstaltungstermin rückwärts planen — mit konkreten Stückzahl- und Budgetbeispielen.

Wann sich eine übergroße Medaille wirklich lohnt

Nicht jeder Anlass verträgt ein XXL-Format. Eine Medaille mit 100 mm Durchmesser ist ein Statement; sie zieht Blicke auf sich, sie fühlt sich in der Hand wertvoll an, und sie macht auf Fotos mehr her als jede kleinere Variante. Genau deshalb wirkt sie bei den falschen Anlässen schnell übertrieben. Es gibt drei Situationen, in denen sich das große Format fast immer rechtfertigt.

Der erste Anlass ist die Finisher-Medaille eines Marathons oder Halbmarathons. Bei einem Straßenlauf ist die Zielmedaille kein Preis für drei Personen, sondern das Andenken für jeden einzelnen Teilnehmer. Wer 42,195 Kilometer gelaufen ist, hängt sich die Medaille an die Wand oder an den Haken, und dort bleibt sie sichtbar. Eine 70- oder 80-mm-Medaille trägt diesem Moment Rechnung: Sie ist groß genug, um das Logo des Veranstalters, die Distanz, die Jahreszahl und ein starkes Motiv gleichzeitig aufzunehmen, ohne dass etwas gedrängt wirkt. Bei Laufveranstaltungen ist das übergroße Format seit Jahren der Standard, weil die Medaille das eigentliche Erinnerungsstück des Tages ist — mehr noch als die Urkunde.

Der zweite Anlass ist das Jubiläum. Ein Firmenjubiläum, ein Vereinsjubiläum, ein Dienstjubiläum — hier wird eine Medaille nicht für hunderte Läufer produziert, sondern als Ehrengabe in kleiner Auflage. Eine 90- oder 100-mm-Medaille ist hier kein Sportartikel, sondern ein Repräsentationsobjekt. Sie liegt in einer Vitrine, sie wird im Rahmen eines Festakts überreicht, sie soll in der Hand schwer wirken. Bei Jubiläen zählt nicht die Stückzahl, sondern der Eindruck, und das große Format ist der schnellste Weg dorthin.

Der dritte Anlass ist das Gedenkstück. Eine Erinnerungsmedaille zu einem Jahrestag, zu einer Einweihung, zu einem historischen Datum oder zu einer besonderen Leistung. Solche Stücke werden oft nur in einer Auflage von 100 bis 300 Exemplaren gefertigt und sind nicht für das Tragen, sondern für das Aufbewahren gedacht. Hier darf die Medaille groß und schwer sein, weil niemand sie den ganzen Tag am Hals trägt.

Die Gegenprobe ist genauso wichtig: Für eine Teilnehmermedaille in großer Stückzahl, für eine Medaille, die den ganzen Tag am Hals getragen wird, oder für ein Produkt, das im Preis pro Stück eng kalkuliert ist, ist XXL selten die richtige Wahl. Eine Medaille mit 100 mm Durchmesser wiegt je nach Stärke und Relief deutlich mehr als eine 50-mm-Variante, und dieses Gewicht zahlt der Besteller — in Material, in Versand und manchmal in der Beschwerde der Teilnehmer über den Druck am Nacken. Ob das große Format passt, entscheidet sich also zuerst an der Frage: Wird die Medaille getragen oder aufbewahrt?

Größe, Gewicht und Tragekomfort: die Balance am Band

Bei einer kleinen Medaille kann man Größe und Gewicht fast vernachlässigen. Bei XXL werden sie zur zentralen Designfrage, weil das Gewicht nicht mehr nur auf dem Band liegt, sondern an einem einzigen Punkt am Hals zieht. Wer eine 100-mm-Medaille falsch konstruiert, produziert ein Stück, das nach zehn Minuten Tragezeit abgenommen wird.

Die Faustregel lautet: Mit dem Durchmesser wächst das Gewicht überproportional, weil die Fläche quadratisch zunimmt, und gleichzeitig wächst die Stärke, die wir bei großen Formaten großzügiger planen, damit die Medaille substantiell wirkt und nicht als dünne Scheibe durchgeht. Das heißt: Eine Verdopplung des Durchmessers bedeutet nicht die doppelte, sondern ein Vielfaches an Masse. Genau diese Masse ist der Grund, warum XXL-Medaillen eigene Konstruktionsregeln brauchen.

GrößenklasseTypischer DurchmesserTragekomfortTypischer Einsatz
Standard40–50 mmunkritisch, leichtTeilnehmermedaillen, Massenauflagen
Mittel55–65 mmangenehm, ganztägig tragbarVereins- und Sportmedaillen
Groß70–80 mmspürbar, aber tragbar mit breitem BandMarathon- und Halbmarathon-Finisher
XXL85–100 mmschwer, für kurzes Tragen oder AufbewahrungJubiläum, Gedenkstück, Siegerehrung
Sonderformatüber 100 mmnicht zum Tragen gedachtVitrine, Wandstück, Ehrengabe

Drei konstruktive Punkte entscheiden darüber, ob eine XXL-Medaille tragbar bleibt.

Der erste ist die Gewichtsverteilung. Eine Medaille mit gleichmäßig verteilter Masse zieht weniger unangenehm als eine, deren Schwerpunkt durch ein einseitig hohes Relief nach vorn kippt. Bei einem starken Relief auf einer Seite neigt die Medaille dazu, sich zu drehen und mit der Kante gegen den Hals zu drücken. Wir planen das Relief deshalb so, dass die Rückseite ein Gegengewicht bildet — ein flaches, aber nicht papierdünnes Rückrelief stabilisiert die Lage am Band spürbar.

Der zweite Punkt ist das Band. Ein Standardband ist für 40 bis 50 mm ausgelegt. Bei 80 oder 100 mm Durchmesser muss das Band breiter sein, weil eine schmale Schnur das Gewicht auf eine schmale Auflagefläche konzentriert und einschneidet. Ein breiteres Band verteilt dieselbe Last über eine größere Fläche am Nacken und wirkt dadurch leichter, obwohl das Gewicht gleich bleibt. Bei XXL-Formaten empfehlen wir zusätzlich eine gepolsterte oder zumindest dickere Bandqualität, weil ein dünnes Band unter dem höheren Zug schneller ausfranst.

Der dritte Punkt ist die Öse, also die Befestigungsöse am oberen Rand der Medaille. Bei einer kleinen Medaille ist die Position der Öse nebensächlich. Bei XXL entscheidet sie darüber, wie die Medaille am Hals hängt. Sitzt die Öse zu weit außen, kippt die Medaille zur Seite; sitzt sie zu weit innen, dreht sie sich um die eigene Achse. Wir setzen die Öse bei großen Formaten mittig und verstärken sie, weil an dieser einen Stelle die gesamte Zugkraft des Gewichts angreift. Eine zu schwach ausgeführte Öse ist bei XXL die häufigste Ursache für ein abgerissenes Band.

Die praktische Konsequenz: Wenn eine XXL-Medaille den ganzen Tag getragen werden soll, ist ein breites, gepolstertes Band keine Option, sondern Pflicht. Und wenn sie nicht getragen, sondern überreicht wird, kann das Band schmaler bleiben — dann zählt nur die Optik. Wer sich unsicher ist, welches Bandmaß zum Format passt, findet die Grundlagen im Beitrag zu Medaillen-Größen und Gewichten.

Technische Grenzen im XXL-Format: 2 mm, 0,4 mm, 0,3 mm

Beim Zinkguss gibt es drei Mindestmaße, die für jede Medaille gelten, unabhängig von der Größe. Sie sind bei kleinen Formaten kaum ein Thema, bei XXL dagegen werden sie zur eigentlichen Designaufgabe, weil ein großes Motiv dazu verleitet, mehr Details unterzubringen, als der Werkstoff sauber ausformt.

Die drei Grenzen lauten: Die minimale Wandstärke liegt bei 2 mm, die minimale Reliefhöhe bei 0,4 mm, die minimale Linienbreite bei 0,3 mm. Diese Werte gelten für den Druckguss aus Zinklegierung — sie sind keine Empfehlung, sondern die Schwelle, unterhalb derer der Guss unvollständig wird.

Was bedeutet das konkret für ein 100-mm-Motiv? Eine große Fläche verleitet zu feinen Zierlinien, zu dünnen Schriftzügen, zu grazilen Ornamenten. Genau diese filigranen Details sind im Großformat problematisch, weil eine Linie von 0,2 mm in der Schmelze nicht zuverlässig gefüllt wird — das Metall kühlt ab, bevor es die Spitze der Form erreicht, und das Detail bleibt unvollständig. Auf dem Entwurf sieht eine 0,2-mm-Linie elegant aus; in der Serie wirkt sie unsauber. Bei XXL planen wir Konturen deshalb bewusst kräftiger, weil eine großzügigere Linie auf der großen Fläche ohnehin besser zur Geltung kommt als eine hauchdünne.

Der zweite Punkt ist die Stabilität. Eine große, flache Scheibe ist anfällig für Verformung und Bruch, wenn die Wandstärke zu gering ist. Die 2 mm sind die Untergrenze, nicht das Ziel. Bei einem Durchmesser von 100 mm planen wir die Wandstärke großzügiger, damit die Medaille ihre Form behält, wenn sie fällt oder im Versand bewegt wird. Ein zu dünn gegossenes XXL-Stück kann bei einem Sturz auf die Kante brechen — ein Schaden, der sich bei einer kleinen Medaille kaum zeigt, bei einer großen aber sofort sichtbar wird.

Der dritte Punkt ist die Reliefhöhe. 0,4 mm ist die Mindesthöhe, damit ein Relief überhaupt als Erhebung erkennbar ist. Bei einem großen Motiv kann ein zu flaches Relief optisch untergehen, weil die Fläche das Relief „schluckt“. Ein zu hohes Relief wiederum macht die Medaille schwerer und kippt sie am Band nach vorn. Bei XXL suchen wir deshalb die Balance: Relief hoch genug, um klar zu wirken, flach genug, um Gewicht und Trageverhalten nicht zu ruinieren.

Es gibt noch eine vierte Grenze, die bei farbigen Flächen greift und im Großformat besonders sichtbar wird. Weich-Emaille benötigt eine Mindeststegbreite von 0,3 mm; feinere Linien nehmen die Farbe nicht sauber auf und laufen ineinander. Ein Hartemaille-Imitat arbeitet mit 0,5 mm und ist für kräftige Farbflächen robuster. Bei einem Wappen oder Logo mit feinen Haarlinien führen wir die betroffene Partie deshalb als Relief ohne Einfärbung aus — auf einer 100-mm-Fläche sieht ein sauberes Relief besser aus als ein zugelaufener Farbverlauf. Wie ein Motiv technisch aufgebaut wird, bevor das Werkzeug entsteht, beschreiben wir auf der Seite Medaillen-Design.

Werkstoff und Fertigung: Zinkguss bei 385 °C

XXL-Medaillen fertigen wir überwiegend aus Zinklegierung der Typen Zamak 3, 5 und 7. Der Grund liegt im Verfahren: Das Metall schmilzt bei 385 °C und wird auf 88-Tonnen-Druckgussmaschinen in die Stahlform gespritzt. Bei dieser Temperatur ist die Schmelze dünnflüssig genug, um auch die feinen Konturen eines großen Motivs vollständig auszufüllen — eine Umschrift, ein Wappen, ein feines Zierelement.

Warum Zink und nicht ein anderes Metall? Zinklegierung lässt sich im Druckguss sehr präzise formen, sie nimmt die Galvanik gleichmäßig an, und sie ist wirtschaftlich genug für Auflagen ab 100 Stück. Bei einem XXL-Format zahlt sich das besonders aus: Je größer die Medaille, desto mehr kommt es auf eine saubere Formfüllung an, und genau hier liegt die Stärke des Zinkdrucks. Ein großer Rohling muss über die gesamte Fläche gleichmäßig gefüllt sein, sonst entstehen an einer Stelle Lunker oder unsaubere Kanten, die nach der Galvanik sichtbar bleiben.

Nach dem Guss durchläuft jede farbige Medaille eine Galvanik in neun Schritten: Entwachsen, Ultraschallreinigung, alkalische Kupferschicht (rund 500 Sekunden), saure Kupferschicht (20 bis 60 Minuten), Färben, Trocknen im Tunnelofen (100 °C über 40 Minuten), Lackieren und Abhängen. Die Kupfer-Grundschicht ist das Herzstück dieser Kette. Sie ist der Grund, warum eine Medaille Handschweiß, Feuchtigkeit und Jahre der Aufbewahrung übersteht — wird sie zu dünn aufgetragen, blättert die Farbschicht nach einer Saison ab, und der Mangel zeigt sich erst Monate später, wenn die Serie längst ausgeliefert ist.

Bei XXL-Formaten hat die Galvanik eine zusätzliche Anforderung: Die große Fläche muss gleichmäßig beschichtet werden. Eine zu geringe Badbewegung führt zu Streifenbildung, und organische Verunreinigungen erzeugen Blasen in der Schicht. Beides ist bei einer großen, sichtbaren Fläche weitaus auffälliger als bei einer kleinen Medaille. Deshalb ist die Reinigungsstufe vor der Beschichtung bei XXL besonders kritisch: Eine unzureichende Reinigung oder ein Lackieren vor dem vollständigen Trocknen führt zu Galvanik-Blasen, die auf einer 100-mm-Fläche sofort ins Auge fallen.

Unsere verfügbaren Galvanofarben sind Gold, Nickel, Kupfer, Roségold, Chrom, Schwarznickel und Weißgold, dazu matte Oberflächen, zweifarbige Ausführungen und Regenbogen-Effekte im Vakuumverfahren. Bei einer XXL-Medaille empfehlen wir eher eine ruhige, gleichmäßige Oberfläche als eine unruhige Musterung, weil die große Fläche jede Unregelmäßigkeit verstärkt. Alle Einzelheiten zu Werkstoffen und Legierungen finden Sie auf der Seite Medaillen-Materialien, und wie daraus ein fertiges Produkt wird, beschreiben wir unter Medaillen-Herstellung.

Oberfläche, Emaille und Gravur im Großformat

Die Oberfläche ist bei XXL-Medaille und kleiner Medaille grundsätzlich dieselbe Technik, aber die Wirkung ist eine andere. Auf einer großen Fläche sieht man jede Entscheidung: ob die Farbe gleichmäßig sitzt, ob die Kanten scharf sind, ob das Relief genug Tiefe hat. Aus diesem Grund ist die Gestaltung einer XXL-Medaille weniger eine Frage der Details als eine Frage der ruhigen Gesamtkomposition.

ElementEmpfehlung im XXL-FormatTechnische Grenze
Reliefkräftig, aber flach genug für TragekomfortMindestrelief 0,4 mm
Liniengroßzügig statt filigranMindestlinienbreite 0,3 mm
Weich-Emaillefür große Farbflächen mit klaren StegenMindeststeg 0,3 mm
Hartemaille-Imitatrobust für kräftige FarbflächenSteg 0,5 mm
Glasemailleedel, für repräsentative StückeTiefe 0,5 mm
Galvanikruhige, gleichmäßige Farbeneun Schritte
GravurRückseite, alles VeränderlicheVektorgrundlage

Für die Farbflächen gilt: Ein großes Motiv mit großen, klar abgegrenzten Farbfeldern funktioniert am besten. Weich-Emaille mit 0,3 mm Steg ist die gängige Wahl, weil sie die Farbe sauber in den Vertiefungen hält. Wer eine besonders wertige Optik will, kann auf Hartemaille-Imitat mit 0,5 mm oder auf Glasemaille mit 0,5 mm Tiefe zurückgreifen — beide wirken auf einer großen Fläche edler, kosten aber mehr und brauchen in der Gestaltung kräftigere Stege.

Der wichtigste Punkt bei XXL ist jedoch die Gravur. Eine große Medaille bietet viel Fläche, und viel Fläche verleitet dazu, alles einzugießen. Das ist der klassische Fehler. Alles, was sich von Jahr zu Jahr ändert — die Jahreszahl, der Name, die Platzierung, die konkrete Distanz — gehört in die Gravur und niemals ins Werkzeug. Ein eingegossenes Jahr macht die gesamte Form nach einer Saison wertlos, und bei einer XXL-Form ist der Werkzeugposten besonders hoch, weil die Stahlform groß ist. Graviert kostet die Jahreszahl dagegen fast nichts, und die Form bleibt über Jahre nutzbar.

Die Rückseite einer XXL-Medaille eignet sich hervorragend für die Gravur, weil sie groß und meist flach ist. Auf 100 mm Durchmesser lassen sich Name, Datum, Anlass, Platzierung und eine kurze Widmung sauber unterbringen, ohne gedrängt zu wirken. Für die Vorlage gilt: Wir arbeiten nach Vektordateien — AI, CDR oder PDF. Ein als JPG geliefertes Logo lässt sich nachzeichnen, kostet aber Abstimmungszeit. Und ein Punkt zu den Farben: „Vereinsblau“ oder „Firmenrot“ ist keine Farbe. Für ein reproduzierbares Ergebnis brauchen wir Pantone-Codes oder eine Druckvorlage mit definierten Flächenfarben. Wie Finisher-Medaillen mit Logo, Distanz und Jahreszahl aufgebaut werden, zeigen wir im Beitrag zu Laufmedaillen für Marathon und Halbmarathon.

Kostenlogik: warum Gewicht den Preis und den Versand bestimmt

Bei Medaillen ist der Preis nie nur eine Frage der Größe, sondern eine Frage des Gewichts. Ein größerer Durchmesser bedeutet mehr Metall, mehr Galvanikfläche, mehr Farbauftrag, mehr Arbeitszeit pro Stück und — der am häufigsten unterschätzte Posten — mehr Versandgewicht. Wer eine XXL-Medaille kalkuliert, muss deshalb zwei Kostenblöcke getrennt betrachten: die Herstellung pro Stück und den Versand der gesamten Sendung.

KostenblockVerhalten bei XXLHebel
Metallsteigt deutlich mit Durchmesser und StärkeStärke nicht überplanen
Galvanik und Farbesteigt mit der Oberflächeruhige Flächen statt vieler Details
Werkzeugeinmalig, aber hoch bei großer FormBündelung, Nachbestellung ohne Neuform
Gravurgering, unabhängig von der Größealles Veränderliche gravieren
Verpackunghöherer SchutzbedarfEinzelverpackung, Polsterung
Versandsteigt mit GesamtgewichtStückzahl und Format realistisch wählen

Der Werkzeugposten ist bei XXL der größte Einzelposten, aber auch der, der sich am besten verteilt. Bei einer Auflage von 100 Stück trägt jede Medaille einen hohen Anteil der Formkosten; bei 500 Stück sinkt dieser Anteil stark. Weil wir das Werkzeug für unsere Kunden archivieren, ist die Nachbestellung im Folgejahr eine reine Produktionssache: gleiches Motiv, neue Jahreszahl auf der Rückseite, keine neuen Werkzeugkosten. Bei einer XXL-Form zahlt sich diese Archivierung besonders aus, weil ein neuer Werkzeugbau sonst teuer wäre.

Ein Rechenbeispiel zur Orientierung: Angenommen, ein Veranstalter plant 1.500 Finisher-Medaillen mit 80 mm Durchmesser. Bei dieser Stückzahl ist der Werkzeugposten pro Stück klein, und der Preis wird fast vollständig von Metall, Galvanik und Arbeitszeit bestimmt. Reduziert derselbe Veranstalter den Durchmesser auf 70 mm und lässt die Stärke moderat, sinken sowohl das Metallgewicht als auch das Versandgewicht der gesamten Palette — der Effekt auf die Endsumme ist größer, als die zehn Millimeter vermuten lassen. Umgekehrt gilt: Wer bei 200 Stück auf 100 mm geht, zahlt nicht nur mehr Material, sondern verteilt auch den Werkzeugposten auf wenige Stücke. Bei kleinen Auflagen ist das XXL-Format deshalb immer relativ teuer; bei großen Auflagen verteuert vor allem das Gewicht den Versand.

Die zweite Kostenentscheidung betrifft die Differenzierung. Gold, Silber und Bronze kommen bei uns aus derselben Form; die Unterscheidung entsteht ausschließlich in der Galvanik. Das gilt auch für XXL: Ein Werkzeug für alle Platzierungen statt drei Werkzeuge. Bei einem Jubiläum mit nur einer Ausführung entfällt die Frage ohnehin. Wer mehrere Varianten braucht, findet die Grundlagen im Leitfaden zum Sportmedaillen-Hersteller.

Verpackung: die XXL-Medaille ohne Kratzer ausliefern

Eine große, hochglanzpolierte Metallfläche ist eine Einladung an Kratzer. Bei einer 50-mm-Medaille in einer Sammeltüte fällt ein feiner Kratzer kaum auf; bei einer 100-mm-Medaille mit spiegelnder Galvanik ist jede Schramme sofort sichtbar, weil die Fläche groß und das Licht darauf gleichmäßig ist. Die Verpackung ist bei XXL deshalb kein Nebenthema, sondern Teil der Qualitätssicherung.

Der erste Grundsatz lautet: Jede Medaille einzeln schützen. Eine Sammelpackung, in der Medaillen aufeinandersitzen, erzeugt durch Reibung beim Transport Kratzer genau dort, wo die Oberflächen sich berühren. Bei XXL sind die Auflageflächen groß, also auch das Risiko. Wir verpacken große Medaillen deshalb einzeln, mit einer weichen Zwischenlage oder einer Folientasche, die die Oberfläche abdeckt.

Der zweite Grundsatz betrifft die Bandbefestigung. Ein loses Band, das im Karton umherrutscht, kann beim Versand über die Medaillenfläche streifen und sie verkratzen. Wir fixieren das Band so, dass es die polierte Fläche nicht berührt. Bei XXL-Medaillen mit breitem Band ist dieser Punkt besonders wichtig, weil ein breites Band eine größere Fläche abdeckt und mehr Bewegungspotenzial hat.

Der dritte Grundsatz betrifft die Außenverpackung. Eine schwere XXL-Medaille drückt auf den Karton. Ohne ausreichende Polsterung können Kanten durchschlagen und die Medaille selbst beschädigen. Bei größeren Sendungen nutzen wir stabile Kartons mit ausreichender Polsterung, damit die Medaillen auch nach dem Umschlag im Expressversand unbeschädigt ankommen.

Und schließlich: Wer eine XXL-Medaille als Ehrengabe überreicht, will sie oft in einer Präsentationsbox. Eine passgenaue Box mit Aussparung für die Medaille schützt nicht nur, sondern erhöht auch den Wert des Moments. Wir liefern auf Wunsch eine passende Verpackung, abgestimmt auf Durchmesser und Band. Wie Verpackung und Zubehör mit der Medaille zusammenspielen, beschreiben wir auch im Zusammenhang mit Vereinsmedaillen.

Stückzahlen, MOQ und die 8-Wochen-Vorlaufzeit

Unsere Mindestbestellmenge liegt bei 100 Stück pro Design. Bei einer XXL-Medaille ist diese Schwelle selten ein Problem, weil übergroße Formate ohnehin meist in Auflagen ab 100 gefertigt werden — für Finisher-Medaillen eines Laufs, für ein Jubiläum oder für ein Gedenkstück. Der eigentliche Hebel liegt nicht in der Mindestmenge, sondern in der Zeitplanung.

SchrittDauer
Anfrage und Angebotinnerhalb von 24 Stunden
Kostenloser Designvorschlaginnerhalb von 24 Stunden
Muster7–10 Tage
MusterfreigabeIhre Entscheidung — hier liegt die Variable
Serienproduktion7–15 Tage nach Freigabe
Endkontrolle und Versandnach Produktion, Express 3–5 Tage

Aus diesen Schritten ergibt sich eine Empfehlung, die für XXL-Medaillen klarer ausfällt als für Standardformate: Planen Sie rund acht Wochen Vorlaufzeit ein. Der Grund ist der Werkzeugbau. Ein neues XXL-Motiv braucht eine neue, große Stahlform, und bevor die Serie laufen kann, muss ein Muster geprüft und freigegeben werden. Wer acht Wochen vor dem Termin bestellt, hat Zeit für den Werkzeugbau, das Muster, die Freigabe und die Serienproduktion — und noch Reserve, falls am Muster etwas geändert werden muss.

Ein Beispiel für die Rückrechnung: Angenommen, eine Jubiläumsfeier findet an einem festen Datum statt und die Medaillen sollen eine Woche vorher eintreffen. Rechnen Sie 3 bis 5 Tage Expressversand zurück, landen Sie bei der Übergabe durch die Produktion. Ziehen Sie 7 bis 15 Tage Serienproduktion ab, beginnt die Fertigung rund drei bis vier Wochen vor dem Termin. Ziehen Sie weitere 7 bis 10 Tage für das Muster und zwei bis drei Wochen für Werkzeugbau und Erstmuster ab, ergibt sich eine Gesamtspanne von etwa acht Wochen. Wer erst vier Wochen vorher anfragt, kann das Muster nicht mehr entspannt prüfen — und bei einer großen Form ist ein ungeprüftes Muster ein hohes Risiko, weil sich ein Fehler über die gesamte Auflage fortsetzt.

Dass die 7 bis 15 Tage Produktionszeit auch in der Hochsaison halten, liegt an der Kapazität: Unsere Fabrik fertigt über 30.000 Medaillen pro Tag. Bei XXL-Formaten ist die Stückzahl pro Tag naturgemäß kleiner als bei kleinen Formaten, weil jede Medaille mehr Metall und mehr Arbeitszeit bindet — aber die Planung bleibt verlässlich. Ein weiterer Punkt: Unsere Endkontrolle läuft dreistufig, und wir liefern mit 100 % Lieferquote. Bei einem großen Werkzeugposten ist eine Nachlieferung wegen eines Qualitätsmangels besonders teuer, deshalb ist diese Kontrolle bei XXL kein Zusatz, sondern Standard.

Häufige Fehler bei XXL-Medaillen

Jahreszahl oder Datum ins Werkzeug. Der teuerste Fehler bei einer großen Form. Nach einer Saison ist die Stahlform wertlos. Jahreszahl, Datum und Name gehören immer in die Gravur.

Filigrane Details auf großer Fläche. Eine 0,2-mm-Linie sieht auf dem Entwurf gut aus, formt sich im Guss aber nicht sauber aus. Bei XXL gilt: Mindestlinienbreite 0,3 mm, besser mehr.

Zu dünne Wandstärke. Die 2 mm sind eine Untergrenze, kein Ziel. Eine große Scheibe mit 2 mm Wandstärke kann bei einem Sturz brechen.

Zu schmales Band. Ein Standardband schneidet bei 100 mm Durchmesser in den Nacken. Breites, gepolstertes Band einplanen, wenn die Medaille getragen wird.

Schwach ausgeführte Öse. Am Ösenpunkt greift das gesamte Gewicht an. Bei XXL muss die Öse verstärkt und mittig gesetzt sein.

Zu spät bestellt. Vier Wochen vorher ist für eine neue XXL-Form zu knapp. Acht Wochen sind komfortabel und bei neuem Motiv Pflicht.

Galvanik-Blasen durch unzureichende Reinigung. Auf einer großen Fläche sofort sichtbar. Wir reinigen vor jeder Beschichtung im Ultraschall und lackieren erst nach dem vollständigen Trocknen im Tunnelofen.

FAQ

Wann lohnt sich eine übergroße Medaille mit 70 bis 100 mm?

Vor allem bei drei Anlässen: als Finisher-Medaille eines Marathons oder Halbmarathons, als Jubiläumsmedaille und als Gedenkstück. In allen drei Fällen ist die Medaille ein Erinnerungs- oder Repräsentationsobjekt, das sichtbar bleibt oder in der Hand schwer wirken soll. Für Teilnehmermedaillen in großer Stückzahl oder für Medaillen, die den ganzen Tag am Hals getragen werden, ist das XXL-Format dagegen meist die falsche Wahl.

Wie schwer ist eine XXL-Medaille, und wie hängt sie am Hals?

Das Gewicht wächst mit dem Durchmesser überproportional, weil die Fläche quadratisch zunimmt. Ab etwa 70 mm wird das Gewicht spürbar; ab 85 mm ist die Medaille für längeres Tragen schwer. Entscheidend für den Komfort sind drei Dinge: eine ausgewogene Gewichtsverteilung mit flachem Rückrelief, ein breites und gepolstertes Band und eine mittig gesetzte, verstärkte Öse. So verteilt sich die Last über eine größere Fläche am Nacken.

Welche technischen Grenzen gelten beim Zinkguss großer Medaillen?

Die minimale Wandstärke liegt bei 2 mm, die minimale Reliefhöhe bei 0,4 mm, die minimale Linienbreite bei 0,3 mm. Bei XXL planen wir die Wandstärke großzügiger, damit die Medaille stabil bleibt und nicht bricht, und wir führen Konturen kräftiger aus, weil feine Linien sich auf großer Fläche nicht sauber ausformen. Für Farbflächen gilt: Weich-Emaille 0,3 mm Steg, Hartemaille-Imitat und Glasemaille 0,5 mm.

Wie wird eine XXL-Medaille hergestellt?

Aus Zinklegierung der Typen Zamak 3, 5 und 7, die bei 385 °C schmilzt und auf 88-Tonnen-Druckgussmaschinen in die Stahlform gespritzt wird. Danach folgt die Galvanik in neun Schritten, darunter rund 500 Sekunden alkalische Verkupferung, ein saurer Kupferaufbau von 20 bis 60 Minuten und das Trocknen im Tunnelofen bei 100 °C über 40 Minuten. Zum Schluss wird lackiert und abgehängt.

Wie lange dauert die Herstellung, und wie viele Stück müssen wir mindestens bestellen?

Die Mindestbestellmenge liegt bei 100 Stück pro Design. Der Ablauf: Angebot und kostenloser Designvorschlag je innerhalb von 24 Stunden, Muster in 7 bis 10 Tagen, Serienproduktion in 7 bis 15 Tagen nach Freigabe. Für eine neue XXL-Form empfehlen wir rund acht Wochen Vorlaufzeit, weil Werkzeugbau und Musterprüfung zusätzliche Zeit brauchen.

Wie wird eine große Medaille verpackt, damit sie nicht zerkratzt?

Jede Medaille wird einzeln geschützt, meist in einer weichen Folientasche oder mit Zwischenlage, damit die polierten Flächen sich nicht berühren. Das Band wird so fixiert, dass es nicht über die Medaillenfläche streift. Für den Versand nutzen wir stabile Kartons mit ausreichender Polsterung, und auf Wunsch liefern wir eine passgenaue Präsentationsbox mit Aussparung.

Ein Wort zum Abschluss

Wir fertigen seit 2010 in unserer eigenen Fabrik in Huizhou Medaillen für Kunden in über 50 Ländern, und die Fragen, die uns zu übergroßen Formaten gestellt werden, sind fast immer dieselben: Wann lohnt sich XXL, wie schwer darf die Medaille sein, und wann müssen wir bestellen. Wenn Sie uns Anlass, gewünschten Durchmesser und Ihr Logo schicken, legen wir binnen 24 Stunden einen kostenlosen Designvorschlag an, prüfen mit Ihnen die technischen Grenzen und rechnen Stückzahl und Gewicht gemeinsam durch. Sie müssen Ihr Motiv nicht selbst in ein XXL-Format übersetzen — das ist unser Handwerk, seit über 15 Jahren. Ob Laufmedaille, Sportmedaille oder Ehrengabe, wir finden mit Ihnen das Format, das zum Anlass passt.

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