Eine Medaille ist kein Verbrauchsgegenstand. Sie wird überreicht, aufbewahrt und in vielen Fällen vererbt. Was in den ersten Wochen nach der Übergabe mit ihr passiert, entscheidet darüber, ob sie in 20 Jahren noch so aussieht wie am ersten Tag. Die häufigsten Schäden entstehen nicht durch Benutzung, sondern durch falsche Lagerung. Eine Übersicht über Präsentationslösungen finden Sie unter individuelle Medaillen.

Die drei Feinde der Medaille

Medaillen aus Zinklegierung mit galvanischer Beschichtung sind robust, aber nicht unempfindlich. Die Wandstärke fällt im Guss nie unter 2 mm, weshalb die Ränder auch nach Jahren am Hänger keine Dellen zeigen. Drei Einflüsse greifen sie dennoch an:

FeindWirkungVermeidung
FeuchtigkeitAnlaufen, Fleckenbildungunter 60 % relativer Luftfeuchte lagern
SchwefelverbindungenSilber wird braun bis schwarznicht in der Küche oder Nähe von Gummi lagern
MechanikKratzer, Abrieb der VersiegelungEinzelverpackung, kein Kontakt untereinander

Der zweite Punkt überrascht viele. Schwefelwasserstoff entsteht in der Küche (Eier, Zwiebeln), in der Nähe von vulkanisiertem Gummi und bei Verbrennungsprozessen. Silbermedaillen, die in der Küchenschublade liegen, laufen deutlich schneller an als solche im Wohnzimmerschrank.

Richtig lagern

Die Lagerung ist einfach, wenn drei Regeln eingehalten werden:

  1. Einzeln verpackt. Jede Medaille in einem Beutel aus Papier, PP oder PE. Die Medaillen dürfen sich nicht berühren.
  2. Trocken. Relative Luftfeuchte unter 60 Prozent. Ein Schrank in einem beheizten Raum ist ideal. Keller und Geräteraum sind ungünstig.
  3. Nicht in Weich-PVC. Weichmacher aus PVC-Folien greifen den Klarlack an. Harte Klarsichtfolien aus PP oder PET sind unproblematisch.

Für Bänder gilt: Aufrollen, nicht knicken. Ein geknicktes Band bleibt geknickt – das Material hat kein Rückstellvermögen.

LagerortEignung
Wohnzimmerschrank, beheiztsehr gut
Vitrine mit Glasfrontsehr gut
Schublade mit Einzelbeutelngut
Geräteraum, unbeheiztschlecht
Keller mit Feuchtigkeitungeeignet
Garageungeeignet
Kücheungeeignet (Schwefel)

Präsentationslösungen im Vergleich

Wenn Medaillen sichtbar sein sollen, gibt es mehrere Wege:

LösungPlatzbedarfKostengeeignet für
Wandhänger (einzeln)geringniedrigeinzelne Medaille
Wandhänger (Leiste)mittelniedrig bis mittel10–30 Medaillen
Schattenbox / Rahmenmittelmittelausgewählte Medaillen
Vitrine mit GlasfronthochhochSammlungen
Sammlungsschubladehochmittelgroße Sammlungen

Der Wandhänger ist die günstigste Lösung und für Sportler die häufigste. Wichtig ist die Wand: In feuchten Räumen sollte ein Abstandshalter zwischen Medaille und Wand liegen, damit Luft zirkulieren kann.

Die Schattenbox eignet sich, wenn Medaille, Urkunde und Foto zusammen präsentiert werden sollen. Achten Sie darauf, dass die Medaille nicht direkt am Glas anliegt – Kondenswasser ist sonst möglich.

Rahmen und Vitrine: worauf achten

Bei geschlossenen Präsentationen entscheidet das Material über die Haltbarkeit:

  • Glas ist inert und unproblematisch.
  • Acrylglas ist leichter und bruchsicher, kann aber statisch aufgeladen Staub anziehen.
  • Holzrahmen mit Sperrholzrückwand können Formaldehyd abgeben. Bei hochwertigen Medaillen besser eine säurefreie Rückwand wählen.
  • Filz- oder Schaumstoffeinlagen müssen säurefrei und farbecht sein. Billige Einlagen können abfärben.

Wenn Sie eine Medaille einrahmen lassen, fragen Sie nach säurefreiem Material. Das ist der Standard in der Bilderrahmentechnik und kostet wenig mehr.

Reinigung: was erlaubt ist und was nicht

SituationVorgehen
Leichter Staubweiches Mikrofasertuch, trocken
FingerabdrückeMikrofasertuch, leicht feucht, sofort nachwischen
Leichtes AnlaufenSilberputztuch, sanfter Druck
Stärkeres AnlaufenFachbetrieb, Nachgalvanik prüfen
Kratzer in der Versiegelungnicht selbst polieren

Nicht verwenden: Scheuermilch, Zahnpasta, Essig, Zitronensäure, Ultraschallgeräte. Alle diese Mittel tragen die Deckschicht ab. Eine Medaille mit durchgeriebener Versiegelung läuft danach schneller an als vorher.

Bei Emaileinlagen gilt zusätzlich: keine Lösungsmittel. Alkohol und Aceton greifen manche Emailetypen an.

Der Klarlack: warum er wichtig ist

Die Klarlackversiegelung ist der eigentliche Schutz. Sie verhindert, dass Feuchtigkeit und Schwefelverbindungen an das Metall gelangen. Unsere Medaillen erhalten die Versiegelung im letzten Galvanikschritt. Konkret ist das die neunte und letzte Stufe: Nach dem Trocknen im Tunnelofen bei 100 °C über 40 Minuten bekommen Gold- und Kupferteile eine Ölversiegelung, die das Metall luftdicht abschließt. Genau deshalb ist die trockene Lagerung so wichtig – die Schicht ist dünn, und Feuchtigkeit, die lange anliegt, arbeitet sich langsam durch. Der Verbund, auf dem diese Versiegelung sitzt, entsteht dagegen ganz am Anfang: Eine alkalische Kupferschicht von rund 500 Sekunden bildet die Haftgrundlage, auf der alle folgenden Schichten überhaupt erst halten.

Bei Medaillen, die häufig angefasst werden, lässt die Versiegelung nach Jahren nach. Eine Nachversiegelung ist technisch möglich, aber wirtschaftlich nur bei wertvollen Stücken sinnvoll.

Praktischer Tipp: Medaillen, die im Schrank liegen und nur selten angefasst werden, halten praktisch unbegrenzt. Medaillen, die als Schlüsselanhänger oder Taschenanhänger dienen, nutzen sich ab – das ist normal und kein Qualitätsmangel.

Bänder richtig behandeln

Das Band ist oft der empfindlichere Teil:

  • Nicht knicken, sondern aufrollen.
  • Nicht der Sonne aussetzen – Farbstoffe bleichen aus.
  • Nicht waschen. Die meisten Bänder sind Polyester; die Bedruckung kann ausbleichen.
  • Nicht bügeln. Polyester schmilzt.

Wenn ein Band beschädigt ist, lässt es sich meist ersetzen. Standardbänder sind günstig und in vielen Farben verfügbar. Bei individuell bedruckten Bändern ist eine Nachbestellung in kleiner Stückzahl oft nicht wirtschaftlich – hier lohnt es, gleich Reserve zu bestellen.

Häufige Fragen

Warum läuft meine Medaille an? Meist wegen Feuchtigkeit oder Schwefelverbindungen. Prüfen Sie den Lagerort und verschieben Sie die Medaille in einen trockenen, beheizten Raum.

Kann ich eine angelaufene Medaille reparieren? Leichtes Anlaufen lässt sich mit einem Silberputztuch entfernen. Ist die Deckschicht beschädigt, hilft nur eine neue Galvanik.

Wie lagere ich Medaillen über Jahre? Einzeln in Beuteln, trocken, unter 60 Prozent Luftfeuchte, nicht in Weich-PVC.

Ist eine Vitrine besser als eine Schublade? Für die Optik ja, für den Schutz sind beide gleichwertig, solange es trocken ist. Vitrinen mit Glasfront haben den Vorteil, dass man Staub leichter sieht.

Kann ich Medaillen mit einem Ultraschallgerät reinigen? Nein. Ultraschall kann die Versiegelung und Emaileinlagen angreifen.

Was mache ich mit sehr vielen Medaillen? Sammlungsschubladen mit Einzelvertiefungen sind platzsparend. Alternativ mehrere Wandhängerleisten.

Sie brauchen Medaillen mit besonders haltbarer Versiegelung oder passende Präsentationslösungen? Schreiben Sie uns über die Kontaktseite — wir liefern binnen 24 Stunden Designvorschlag und Angebot, kostenlos. Wie die Oberfläche entsteht, erklärt Galvanik in 9 Schritten.