“Weich- oder Hartemaille?” ist die Frage, die uns Einkäufer am häufigsten stellen. Beide Veredelungen sehen unterschiedlich aus, fühlen sich unterschiedlich an und kosten unterschiedlich — doch auf Fotos erkennt man den Unterschied nicht immer. Nach 15 Jahren in der Medaillen-Veredelung hier der direkte Vergleich.
Das erwartet Sie: der grundlegende Unterschied, wie jede Veredelung hergestellt wird, ein direkter Vergleich mit Mindestfüllbreiten und Kosten — und welche Veredelungsart zu welchem Anlass passt.
[Image: enamel-medals.jpg — Medaillen mit Weich-Emaille und Hart-Emaille im direkten Vergleich]
Der grundlegende Unterschied
Bei Weich-Emaille liegt die Farbe leicht unter den Metalllinien. Fahren Sie mit dem Finger darüber, spüren Sie die Metallstege — die Oberfläche ist strukturiert, dreidimensional. Die Farbe sitzt in Vertiefungen, getrennt durch erhabene Metallränder.
Bei Hart-Emaille (technisch “Imitations-Hartemaille”) wird die Farbe bündig mit der Metallfläche gefüllt und die ganze Medaille anschließend plan geschliffen. Das Ergebnis ist glatt wie Glas, ohne spürbaren Übergang zwischen Metall und Farbe.
Der Unterschied entsteht im Fertigungsprozess, nicht in der Farbe selbst.
Wie jede Veredelung entsteht
Nach Guss und Galvanik wird bei Weich-Emaille flüssige Farbe in jede Vertiefung dosiert. Dann kommt die Medaille in den Trockenofen: zuerst 60–70 °C für 60–90 Minuten (Teilhärtung, damit mehrere Farben nacheinander ohne Verlaufen eingebracht werden können), danach 100 °C für 60 Minuten (vollständige Vernetzung). Beim Aushärten zieht sich die Farbe leicht zusammen und setzt sich unter die Metalllinien. Mindestfüllbreite: 0,3 mm.
Hart-Emaille nutzt eine dickflüssige Paste statt flüssiger Farbe. Nach dem Füllen und Backen läuft die gesamte Oberfläche durch eine Poliermaschine, die Farbe und Metall auf ein Niveau schleift. Mindestfüllbreite: 0,5 mm. Genau dieser Schliff macht Hart-Emaille teurer — ein zusätzlicher Handarbeitsschritt, der Präzision verlangt.
Direkter Vergleich
| Eigenschaft | Weich-Emaille | Hart-Emaille |
|---|---|---|
| Haptik | strukturiert, Metallstege spürbar | glatt, wie Glas |
| Mindestfüllbreite | 0,3 mm (feinere Details) | 0,5 mm (breitere Farbflächen) |
| Relativkosten | Standard | 15–25 % teurer |
| Produktionszeit | Standard | +1–2 Tage (Schliff) |
| Haltbarkeit | sehr gut | sehr gut |
| Beste Wahl für | Laufmedaillen, Sportmedaillen, Events | repräsentative Auszeichnungen, Firmengeschenke |
Ein konkretes Beispiel: Bei einer Bestellung von 500 Medaillen kostet die Hart-Emaille-Ausführung rund 20 % mehr — der Aufpreis entspricht im Wesentlichen dem zusätzlichen Planschliff pro Stück. Unter 200 Stück fällt der Unterschied prozentual größer aus, weil die Rüstzeit der Poliermaschine auf weniger Teile verteilt wird.
Welche Veredelung für welchen Anlass?
Wählen Sie Weich-Emaille, wenn Sie eine strukturierte, klassische Haptik möchten, Ihr Design feine Linien oder kleine Schrift hat (0,3 mm Mindestbreite erhält mehr Fläche) und Sie in typischen Event-Stückzahlen von 100 bis 5.000 bestellen. Das ist die bewährte Standard-Veredelung für die meisten individuellen Medaillen. Für Pins und Anstecker gilt dieselbe Logik — auf kleiner Fläche entscheidet die Veredelung noch stärker über den Gesamteindruck.
Wählen Sie Hart-Emaille, wenn Sie eine glatte, schmuckartige Anmutung möchten, der Anlass ein Meilenstein ist (Jubiläum, Meisterschaft, Ehrung) oder die Auszeichnung bei einer formellen Zeremonie überreicht wird.
Spezialeffekte, die auffallen
Über die Weich/Hart-Entscheidung hinaus gibt es Effekte, die Ihre Medaille abheben lassen: Glitzer-Emaille (Glitzerpulver auf halbtrockene Weich-Emaille, ideal für Nachtläufe und Feiertagsevents), Leuchteffekt (Leuchtpulver nach dem Aushärten, am stärksten in der ersten Stunde nach Lichteinfall), Transparent-Emaille (halbtransparente Farben über strukturiertem Metall) und Epoxid-Beschichtung (Weich-Emaille unter klarer Harzkuppel, mit Glaswirkung).
Farbabstimmung nach Pantone
Wir mischen Emaille nach Pantone-Standard. Aus zehn Grundfarben stellen wir nahezu jeden Farbton der Solid-Coated-Palette her. Senden Sie Ihre Pantone-Codes, wir gleichen sie ab — ohne Codes reicht ein Logo oder Referenzbild. Bei markenkritischen Farben fertigen wir vor der Serie ein Farbmuster zur Freigabe.
Mehr zur Vorbereitung Ihrer Grafik finden Sie im Medaillen-Design-Leitfaden.
Häufige Fragen
Ist Hart-Emaille haltbarer als Weich-Emaille?
Beide sind im Normalgebrauch gleich haltbar. Die glatte Hart-Emaille-Fläche sammelt weniger Schmutz in Vertiefungen, aber die Farb-Metall-Bindung ist identisch. Keine von beiden blättert oder verblasst bei normaler Nutzung.
Kann ich Weich- und Hart-Emaille auf derselben Medaille mischen?
Nein. Die Fertigungsprozesse unterscheiden sich und lassen sich nicht auf einem Stück kombinieren.
Welche kleinste Schriftgröße ist bei Emaille möglich?
Mindestens 1,5 mm Buchstabenhöhe für Lesbarkeit. Darunter füllt die Farbe nicht sauber — für sehr kleine Texte ist Lasergravur oder UV-Druck besser geeignet.
Sieht Hart-Emaille auf Fotos besser aus?
Die plane, glänzende Fläche fotografiert gleichmäßiger, weil keine Schatten aus vertiefter Farbe entstehen. Weich-Emaille fotografiert ebenfalls gut — die Struktur gibt Tiefe.
Wie viele Farben sind pro Medaille möglich?
1–3 Farben sind Standard. 4–6 Farben kosten einen kleinen Aufpreis. Ab 7 Farben steigen die Kosten deutlich, weil jede Farbe einen eigenen Füllschritt braucht.
Wie schnell liefern Sie mit Hart-Emaille?
Gegenüber Weich-Emaille rechnen Sie mit 1–2 Tagen mehr, vor allem wegen des Planschliffs. Insgesamt bleiben Sie bei 7–15 Tagen Serienproduktion.
Unsicher, welche Veredelung zu Ihrem Event passt? Schreiben Sie uns über die Kontaktseite — wir beraten Sie und liefern binnen 24 Stunden ein Angebot.



